VR-BeratungsCenter Eiterfeld, VR NordRhön eGPhönix aus der Asche

Das neue VR-BeratungsCenter in Eiterfeld als identitätsstiftender Raum

Die neue VR-Filiale in Eiterfeld zeigt eindrucksvoll, wie aus einem tiefgreifenden Einschnitt ein zukunftsweisendes Raumkonzept entstehen kann. Nach der nahezu vollständigen Zerstörung des Gebäudes infolge einer Automatensprengung wurde der notwendige Neubau bewusst als Chance genutzt – nicht für eine reine Rekonstruktion, sondern für eine grundlegende Neuausrichtung hin zu einer zeitgemäßen, erlebnisorientierten Bankfiliale.

In Zusammenarbeit mit der IBE GmbH entstand ein BeratungsCenter, das Innenarchitektur als strategisches Instrument begreift. Klare Raumstrukturen, thematisch differenzierte Beratungsräume und ein gezielt eingesetztes Material- und Lichtkonzept verbinden Funktionalität, Kundenorientierung und Markenidentität zu einem schlüssigen Gesamtbild.

Empfangsbereich – Architektur konsequent weitergedacht

Bereits beim Betreten der Filiale wird das Gestaltungskonzept unmittelbar erlebbar. Die Eingangsrotunde bildet das räumliche Zentrum, um das sich alle Elemnte organisieren. Unterschiedliche Ebenen – vom beheizbaren Podest über die Empfangstheke bis hin zu segmentförmigen, linearen Pendelleuchten – erzeugen eine lebendige räumliche Dynamik und führen den Besucher intuitiv in die Filiale.

Die bogenförmige Empfangstheke greift die Geometrie der Außenhülle auf und übersetzt sie konsequent in den Innenraum. Ein skulptural gestalteter Funktionsturm verbindet die beiden Arbeitsplätze, integriert Technik und Stauraum und setzt zugleich einen prägnanten gestalterischen Akzent.

Der Wartebereich – moderner Marktplatz

Der Wartebereich bildet das atmosphärische Herz der Filiale. Als runder Marktplatz gestaltet, lädt er zum Verweilen ein und schafft einen Ort des Ankommens. Abgehängte Pflanzenelemente strukturieren den Raum, schaffen Sichtschutz und verleihen ihm eine fast parkähnliche Qualität.

Ringförmige Pendelleuchten greifen die runde Geometrie des Bodens auf und sorgen für eine gleichmäßige, blendfreie Ausleuchtung. Insgesamt entsteht ein Wartebereich, der bewusst Distanz zur klassischen Bankarchitektur schafft: urban, grün und einladend – ein Raum, der Vertrauen aufbaut, noch bevor das Beratungsgespräch beginnt.

Sieben Beratungsräume – sieben Themenwelten

Kern des Entwurfs ist eine klar zonierte, zugleich atmosphärisch differenzierte Beratungslandschaft. Sieben Beratungsräume wurden jeweils einem eigenen Thema zugeordnet, um Beratung als persönlichen, emotional anschlussfähigen Prozess erlebbar zu machen.

Großzügige Fensterflächen sorgen für Tageslicht und Offenheit. Folierungen mit verdichtendem Punktemuster gewährleisten Diskretion, ohne den Außenbezug vollständig aufzulösen – ein sensibles Gleichgewicht zwischen Transparenz und Vertraulichkeit.

Der Beratungsraum „Premium“ bietet mit leiser Eleganz und hochwertigen Materialien einen angemessenen Rahmen für anspruchsvolle Gespräche. Zentrales Element ist ein ovaler Besprechungstisch aus hellem Holz, kombiniert mit dunklen Lederstühlen und einer fein abgestimmten Farb- und Materialpalette.

Der Beratungsraum „Hessisches Kegelspiel“ übersetzt die typische regionale Landschaft in natürliche Oberflächen und grafische Akzente: sanft modellierte Linien an der Wand aus Filzplatten greifen die charakteristischen Kuppen der Basaltberge auf und werden durch indirektes Licht akzentuiert. Ergänzt wird dies durch eine Wandgestaltung mit den Namen der Erhebungen – ein leiser Verweis auf Vertrautheit und regionale Verwurzelung.

Den Blick in die Zukunft gerichtet, setzt der Beratungsraum „Junge Kunden“ mit frischen Farben und informeller Möblierung einen bewussten Kontrapunkt zur klassischen Bankästhetik um Hemmschellen abzubauen und eine Beratung auf Augenhöhe zu ermöglichen.

Der Beratungsraum „Börse & Gold“ übersetzt Finanzwelt und Wertigkeit in eine abstrakte Gestaltung: Eine raumprägende Linienführung greift Anmutungen von Marktverläufen und Datenströmen auf und verleiht dem Raum Tiefe und Ruhe.

Im Beratungsraum „Baufinanzierung“ werden die Themen Wohnen, Bauen und langfristige Planung räumlich übersetzt. Architektonische Zeichnungen und stilisierte Geldscheine als Wandgrafik schaffen eine direkte inhaltliche Verbindung zum Beratungsthema und vermitteln Struktur, Sicherheit und Orientierung.

Das „Familienzimmer“ ist bewusst wohnlich gestaltet und verfügt über eine integrierte, aber nicht abgetrennte Spielecke. So entsteht ein Raum, der Beratung für Familien erleichtert und unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt.

Der Beratungsraum „Burg Fürsteneck“ schließlich verbindet durch ausgewählte Möbel, Materialien und Accessoires historische Anmutung mit zeitgemäßer Funktionalität und regionalem Bezug zur Landschaft der Rhön.

Untergeschoss – Arbeitsqualität trotz wenig Tageslicht

Auch die Funktionsräume im Untergeschoss wurden gestalterisch konsequent mitgedacht. Teeküche, Sitzungszimmer und insbesondere der Teamraum der Bankberater sind integraler Bestandteil des neuen Arbeitskonzepts. Die Herausforderung bestand darin, einen tageslichtarmen Kellerbereich in einen vollwertigen Büro- und Kommunikationsraum zu transformieren.

Durch klar strukturierte Arbeitsplätze, Sichtschutz-Elemente, Lounge-Zonen sowie ein gezieltes Lichtkonzept entsteht eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Großflächige Fototapeten, begrünte Wandflächen und beleuchtete Naturmotive schaffen eine visuelle Verbindung nach außen und wirken ausgleichend.

Fazit

Mit der neuen Filiale in Eiterfeld zeigt die IBE GmbH, wie Innenarchitektur zur strategischen Ressource moderner Banken werden kann. Regionale Identität, thematisch differenzierte Beratungsräume und funktional durchdachte Arbeitsbereiche formen einen zeitgemäßen Begegnungsort – und ein überzeugendes Beispiel dafür, wie Bankräume heute gestaltet werden können.